Hochdeutsch am Hörer beliebt

Welche Dialekte und Akzente sind den Deutschen am Telefon sympathisch, welche treffen auf Abneigung und gibt es allgemeingültige Anforderungen an eine Telefonstimme? Antworten auf diese Fragen gibt die Studie “Die Stimme als Marke“, für die Nuance im Januar dieses Jahres 1000 Personen in Deutschland online und telefonisch befragen ließ. Die Ergebnisse: Hochdeutsch bewerten die Teilnehmer mit Abstand als besonders sympathisch. Bayerisch landet auf dem zweiten Platz. Allerdings empfinden die Befragten Bayerisch neben Sächsisch und Schwäbisch als “schwer verständlich”.

Gleich und gleich hört sich gern
Auf die Frage: “Welche Dialekte hören Sie überhaupt nicht gerne, wenn Sie zum Beispiel mit einer Person einer Behörde beziehungsweise eines Unternehmens telefonieren?” beantworteten 51 Prozent der Befragten, dass sie Sächsisch nicht besonders gerne hören. Viele Befragte haben jedoch keine Präferenzen, was den Dialekt ihres Telefon-Gesprächspartners angeht oder sie ziehen eine Person mit gleichem Dialekt vor. Nur wenige Teilnehmer präferierten eine Person mit einem anderen Dialekt.

Bei der Frage, ob eine weibliche oder männliche Stimme am Telefon sympathischer und einladender ist, empfinden ein Drittel der Männer eine weibliche Stimme sympathischer. Auch haben Männer eher zu einer weiblichen Stimme Vertrauen als zu einer männlichen. Frauen dagegen haben deutlich seltener eine Präferenz, wenn es um die Sympathie und das Vertrauen männlicher und weiblicher Stimmen geht.

So klingt die perfekte Telefonstimme
Der Studie zufolge gibt es durchaus allgemeingültige Anforderungen an die Stimme einer Marke. Bei seriösen Firmen sollte sie demnach eher informativ, helfend und sachlich wirken. Für Unternehmen, die sich ein Image als traditionsreiche, seriöse Dienstleister aufgebaut haben, sollte sie die Attribute “innovativ”, “sachlich”, “seriös” und “helfend” besitzen. Weniger gefragt sind die Eigenschaften “lässig”, “autoritär” und “kokett”. Unternehmen mit einer jüngeren Zielgruppe sollen nicht nur “innovativ” und “helfend”, sondern auch “lebendig”, “fröhlich”, “lässig” und “unbeschwert” klingen.

“Es ist eine menschliche Reaktion, auf Stimmen unterschiedlich zu reagieren. Dabei spielen das Geschlecht, der Dialekt und die Stimmlage eine sehr große Rolle”, sagt Michael-Maria Bommer, General Manager DACH bei Nuance. “Die aktuelle Studie belegt, wie wichtig diese Faktoren für Unternehmen sind, denn von ihnen hängt im Wesentlichen ab, wie ein Anrufer am Telefon reagiert. Viele Unternehmen führen genaue Regeln ein, wie zum Beispiel ein Logo visuell platziert werden darf, aber selten wird festgelegt, wie es Kunden gegenüber klingen muss. Wir sehen daher ein großes Potential von künstlichen Stimmen, da die Qualität so gut ist, dass man nur noch schwer zwischen Original und Nachbildung unterscheiden kann.”

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